Januar – Gartenkresse ziehen. Alte Gemüsesorten wählen?

In diesem Monat ist draußen nicht viel zu tun, doch man kann am Fester Kresse ziehen. Wenn man sich einmal diese Arbeit macht, dann sollten das nicht nur kleine Näpfchen sein, die man besät, sondern etwa größere Schalen, wie sie in meinen Video-Notizen zusehen sind.

Gartenkresse in Schale selber gezogen

Gartenkresse. So wenig anzuziehen lohnt kaum – oder?

Zieht man Pflanzen in der Wohnung am Fester, ist es zweckmäßig, wenn die Saatschalen im Boden keine Löcher (zum Wasserabzug) haben, vorausgesetzt, man gießt moderat und so, dass die Erde immer etwas feucht ist, aber nicht triefend nass.

Gartenkresse selber ziehen

Das Hauptproblem beim selbst ziehen der Kresse ist der teure Samen. Man sollte sich deshalb möglichst große Packungen kaufen. Die günstigsten fand ich bisher im Dehner-Gartenmarkt.

Des Samen solltest du relativ frisch kaufen. Bei der Aussaat ist zu beachten, dass die Gartenkresse ein Lichtkeimer ist. Entweder streut man den Samen nur oberflächlich auf die Erde und drückt diese fest, oder man bringt nach dem Anschließen eine dünne Schicht gesiebter Erde oben auf.
Letztere Methode hat den Vorteil, dass die kleinen dunklen aufgeplatzten Samenkapseln in der Erde bleiben. Bleibt der Samen unbedeckt, dann geht er schneller auf, doch die eben erwähnten Samenkapseln hängen dann oben an den Blättern fest. Manche stört dies.

Anbau planen, Nutzgarten umgestalten, Obstsorten auswechseln

Der Winter ist natürlich auch die Zeit, Pläne für den Anbau der Gemüse zu machen, oder den Garten umzugestalten. Auch solltest du kritisch begutachten, ob deine Obstgehölze wirklich geeignete Sorten zur reife bringen. Tun sie das nicht, so ist es sinnvoll die unnützen Obstgehölze nach und nach durch bessere Sorten zu ersetzen. Wer sich als Ökologe und Weltenretter fühlt, der hört so etwas nicht gern, denn das hieße alte Obstbäume zu roden. Doch das ist eine meiner wichtigsten Empfehlungen. Das heißt natürlich nicht, dass der neue Baum unbedingt eine moderne Sorte sein muss. Du kannst heutzutage so gut wie alle alten, nützlichen Obstsorten in der Baumschule kaufen.

Weiterzüchten!

Überhaupt bin ich der Auffassung, dass im Kleingartenbereich neben der Erhaltung alter Obstsorten auch die alten samenechten Gemüsesorten angebaut werden sollten. Letzteres schon aus dem Grunde, weil man durch eigene Samenzucht sehr viel Geld spart. Zumal kommt es im alternativen Gartenbau (Permakultur) darauf an, eigene individuelle Gemüsesorten zu züchten. Es geht im Slebstversorgungsanbau eigentlich nicht einmal darum, alte Gemüsesorten zu erhalten. Man versorgt sich alte freie und samenfeste Landsorten und züchtet sie weiter. Man hat also ein Sorte als Zuchtstamm und selektiert mit den Jahren eine eigene Variante. Damit umgeht man auch dieses ganze unsägliche EU-Theater mit dem Zulassungsverfahren von Gemüsesorten. Solltest du deinen Selbstzuchtsamen weiterverkaufen, dann verkaufe ihn nicht als diese oder jene Sorte, sondern als Sorten-Zuchtmaterial zum weiterzüchten.